Dörfer der Gemeinde
Blumenthal (Krzywa Gora)

Blumenthal (jetzt Krzywa Gora) ist eine im Norden des Kreises Oppeln liegende Kolonie, die zum Rentamt Kupp gehörte, 1772 durch Friedrich den Großen ins Leben gerufen und auf staatlichen Grund und Boden angelegt wurde. Benannt wurde die Kolonie nach dem ehemaligen preußischen Minister Blumenthal.
Minister Blumenthal gibt den Namen, Förster Haering wählt den Platz
Als geeigneten Platz für die Gründung dieser Kolonie wählten der Administrator des Oppelner Amtes, Senftleben, und der später mit der Errichtung des Dorfes beauftragte Förster Haering die im Forstrevier Kupp liegende Stelle Szgwisch am Budkowitzer Flößbach. Diese Dorfstelle grenzte im Norden an die dem Herzog von Württemberg-Oels gehörenden Carlsruher Ländereien, im Osten an die Feldmark Tauentzien (gegründet 1772), im Westen an das Forstrevier Poppelau und im Süden an die am Budkowitzer Flößbach liegenden Schalkendorfer (Schalkowitzer), Rutenauer (Chrosczützer) und Groß-Döberner Wiesen.
Nach dem üblichen Schema wurden 20 Koloniestellen angelegt, deren jede mit 12 Morgen Acker, 4 Morgen Wiesen und einem Morgen Gartenland ausgestattet wurde. Das Gemeindeareal betrug also bei der Gründung der Kolonie 340 Morgen Land. Eine fast ebenso große Fläche wurde der Gemeinde, westlich an das Dorf anschließend, im Poppelauer Revier als Hütung für ihr Vieh zugewiesen. Der Boden war von guter Mittelmäßigkeit, so dass nicht nur tragbare Äcker, sondern auch zweimähige Wiesen daraus gemacht werden konnten. Dieses letztere war besonders wichtig, da der Mangel an Wiesen im Oppelner Waldgebiet eine ständige Schwierigkeit bei der Anlegung neuer Kolonien brachte.
Die Siedler besitzen 12 Morgen Acker und 4 Morgen Wiesen
Es ist hier noch zu bemerken, dass diese Kolonie allein von ihrer Ackerarbeit und Ackernahrung leben musste, ohne einen zusätzlichen Erwerb durch Holzeinschlag für eine Eisenhütte o.ä. zu haben. Dagegen hatte jeder der Kolonisten nach Ablauf der 8 Freijahre (gemeint sind die von der Grundsteuer freien Jahre) die Verpflichtung, unentgeltlich 8 Klafter Holz einzuschlagen. Durch eine Holzschlagsbefreiungsrente lösten sie sich später davon ab. Irgenwelche anderen Dienste hatten die Blumenthaler, die den Vorteil des Siedelns auf staatlichem Grund genossen, nicht zu leisten.
Wesentlich für den Gang der späteren Entwicklung war es, dass durchweg deutsche Siedler aus außerpreußischen Ländern, besonders aus dem Württembergischen, für diese Kolonie ausgewählt wurden. Es waren meist junge, tüchtige Leute, zum größten Teil Handwerker, aber auch Bauernsöhne, die, aus einer Heimat mit guter Bodenkultur kommend, landwirtschaftliches Können mitbrachten.
Die neuen Siedler sind frei im Glauben und frei von Militärdienst und Steuern
Es war im Jahre 1772, da zogen einige Familien aus dem Württembergischen auf schlechten Wegen bei Regen und Sonnenschein mit einem Reiseleiter und ihrem geringen Hausrat auf einem Wagen in Richtung Osten. Nach wochenlanger Reise erreichten sie Breslau, wurden daselbst verpflegt und hielten einige Tage Rast. Bei der Breslauer Kriegs- und Domänen-Kammer (sie entsprach der heutigen Regierung) verhandelte man mit ihnen und gab ihnen für die Weiterreise einen Begleiter mit, der sie nach Oppeln brachte. Hier nahm sich das Amt ihrer an, und schon am nächsten Morgen ging es weiter, der neuen Heimat zu.
Da auf einmal gab`s ein „Halt“, und es wurde licht zwischen den Bäumen. Endlich lag nun ein Dorf vor ihren Augen. Sie sahen an einer von Westen nach Osten führenden, geraden Straße mitten im Walde 20 Häuser gereiht, und aus 20 Schornsteinen kräuselten dünne Fäden Rauch empor.
Gleich bei der Niederlassung hatte man ihnen folgendes gesagt: `Alle Siedler sind Untertanen des Großen Königs, der für sie gesorgt hat und auch weiter sorgen wird, wenn sie rechtschaffende Leute und bleiben. Sie sind freie Untertanen, frei in Gewissens- und Glaubenangelegenheiten, frei von Militärdienst, besitzen Abgabefreiheit für 8 Jahre, sind frei von allen Steuern, Botengängen, Wachen, Grabenräumen und „Abgabe von Broten und Würsten an Prediger und Schulbedienstete“. Sie haben freies Raff- und Leseholz, dürfen zwei Stück Nutz- und zwei Stück Zugvieh im staatlichen Forst weiden, sind aber zur Vieh- und Feuerversicherung verpflichtet. Auch dürfen sie ihr Besitztum nur mit königlicher Genehmigung verkaufen, und zwar möglichst an einen Ausländer.
Jede Familie erhielt ein Haus, die Scheune mussten sie selbst bauen
Jede Kolonistenfamilie erhielt ein Haus zugewiesen. Der Oberförster hatte 2000 Reichstaler aus der Königlichen Koloniekasse für den Bau dieser Häuser erhalten, von denen jedes aus eine Stube und zwei Kammern bestand und einen massiven Schornstein hatte. Jede Familie bekam ein Grabscheit, eine Rodehacke, eine Holzaxt und eine Säge. Eine Scheune brauchten sie noch nicht – sie hatten ja noch nichts zu ernten und diese mussten sie sich allein bauen. Eine Beihilfe von 15 Reichstalern wurde jedem zugesagt. „Einen Garten müsst ihr Euch selbst anlegen, dafür habt Ihr einen Bauplatz mit gut einem Morgen Land erhalten“. Wer dann seine 20 Morgen gerodeten Wald urbar gemacht hatte, dem war das Stück Land wohl ans Herz gewachsen, dem war es errungene Heimat geworden, die er nicht so schnell wieder aufgab. Manch einer warf aber mut- und willenlos Axt und Hacke hin und entfloh bei Nacht und Nebel dem unheimlichen Walde, dem wenig wirtschaftlichen Land. An seine Stelle trat dann ein arbeitsamerer und Generationen lag diese Unruhe, dieser Drang nach einer Lebensveränderung und nach der Ferne ihnen im Blut. Und so manchen Enkel und Urenkel der nach Blumenthal gekommenden Kolonisten trieb es weiter nach Amerika und Australien. Dann war es in Blumenthal auch oft so, dass Kolonisten aus dem Reich ihre Verwandten von dort herriefen, die meist recht kaufkräftig waren und deshalb auch willige Verkäufer fanden. So gab es am Anfang manchmal mehrere Familie gleichen Namens am Ort. Der Wert und Preis der Blumenthaler Stellen stieg ständig, und die Nachfrage danach in gleichem Maße. Als im Jahre 1780 das Rentamt Kupp von dem Amt Oppeln, das den durch die Kolonisation so verstärkten Anforderungen für den ganzen Kreis allein nicht mehr gewachsen war, abgezweigt wurde, kam auch Blumenthal zu diesem neuen Rentamt.
Das Dorf wuchs, Schule und Gemeindehirtenhaus wurden gebaut
Einige Stellen erwarben in den ersten Jahren noch neues Forstland dazu. Außerdem wurden für das Gemeindehirtenhaus und für die Schule je zwei und vier Morgen Land bewilligt. Im ganzen sind dies bis 1784 ungefähr 22 Morgen gewesen. Die Käufer waren in diesem Falle keine eigentlichen Kolonisten, sondern es waren zwei Förster, die Blumenthaler Stellen erworben hatten. Vom Jahre 1783 an existierte ein Protokoll des Administrators Senftleben über den Zustand der Kolonie. Von keiner Stelle wurde darin gesagt, dass sich die Kolonie mit ihren 96 Einwohnern in einem vernachlässigten Zustand befunden hätte, bei sieben Stellen wurde sogar eine gute Bewirtschaftung und die gute Kultur des Ackers besonders hervorgehoben. Auch über die Viehhaltung gab das Protokoll Auskunft: Im ganzen besaß die Gemeinde damals 10 Pferde, 28 Ochsen, 41 Kühe und 35 Stück Jungvieh. Auf den Einzelnen kamen demnach durchschnittlich 2 Ochsen bzw. Pferde, 2 Kühe und 1-2 Stück Jungvieh. In einem anderen Protokoll aus dem gleichen Jahr wurde von Blumenthal berichtet, dass es zu den „guten“ Kolonien gehörte.
1784 wurde noch eine neue Koloniestelle mit 20 Morgen Land, südlich des Dorfes und jenseits des Baches an der Kupper Allee, angesiedelt. Überhaupt zog in der Folgezeit die verhältnismäßig gute Bodenbeschaffenheit Blumenthals viele fremde Kolonisten an, die um Landdotationen für die Erbauung neuer Stellen baten, Sie wurden fast immer abgewiesen, da die Forstreviere im weiteren Verkauf von Forstparzellen einen Schaden für ihren Forstbestand befürchteten und auch gerade hier am Budkowitzer Flößbach das Holz gut genutzt werden konnte. Andererseits wehrte sich auch die Gemeinde auf das erbitterste gegen die Einrichtung neuer Stellen, wenn der Boden dazu von dem Terrain genommen werden sollte, welches sie als Hütung nutzte. Aber auch bei neuen Kolonisten, die auf nicht zur Hütung freigegebenen Forstland angesiedelt waren, suchte sie jeden Anspruch auf gemeinschaftliche Weidebenutzung zu verhindern. Sobald die Blumenthaler von einem derartigen Gesuch zu einer Ansiedlung in ihrer Gemeinde erfuhren, verfolgten sie das Rentamt mit immer dringlicher werdenden Klageschriften und der Forderung, diese Anträge abzulehnen. Das gelang ihnen auch in den meisten Fällen. – Verstehen kann man diesen manchmal wirklich sehr heftig geführten Widerstand nur, wenn man sich über die große Bedeutung der Hütungsberechtigung für die Kolonisten klar ist und auch darüber, dass eine Schmälerung derselben in irgendeiner Weise eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Existenz der Kolonisten darstellte. Von dem Ertrag der eigenen Wiesen wäre ihr Vieh kaum zu ernähren gewesen, dazu kam noch die so wichtige Erlaubnis, den Forsten Waldstreu entnehmen und dürres Holz sammeln zu dürfen.
Als dann 1790 doch noch zwei neune Kolonistenstellen angelegt wurde, setzte man sie ebenso wie die von 1784 auf dem Forstland an, auf dem die Gemeinde kein Hütungsrecht genoss. Diese neuen Kolonisten bekamen je 25 Morgen Land. Sie erhielten statt der 8 nur 3 Freijahre und hatten nicht das Recht, ihr Vieh auf die gemeinsame Hütung zu treiben. Die übrigen Forstberechtigungen standen ihnen aber ebenso wie den alten Kolonisten zu. Diese „Neuangesetzten“ waren nicht unvermögend, es handelte sich dabei um den Sohn eines der tüchtigsten Blumenthaler Kolonisten und einen von ihm nach Schlesien gerufenen Verwandten aus seiner Heimat Württemberg. In den Gemeindelexiken wurden diese drei abseits des Dorfverbandes gelegenen Besitzungen als sogenannte Forst- oder Dreihäuser bezeichnet.
1784: Erheblicher Landzuwachs nach der großen Überschwemmung
Den ersten größeren Landzuwachs, den die Gemeinde zu verzeichnen hatte, brachte das Jahr 1784. Den Kolonisten wurden als Entschädigung für Überschwemmungsschäden des Budkowitzer Flößbaches 86 Morgen Land zugewiesen. Diese 86 Morgen Land waren ein „Reingewinn“, kein Landtausch, denn die überschwemmten Wiesen blieben bei Blumenthal. Jeder der Kolonisten erhielt rund 4 Morgen Land. Nicht berücksichtigt bei dieser Landverteilung wurde der im gleichen Jahr neu angesiedelte Kolonist, der ja auch mit etwas mehr Land als die übrigen Kolonisten ausgestattet worden war. 6 Morgen Land wurden als Entschädigung für die Landverluste verschiedener Siedler bei Umlegung der Kupper Straße gerechnet. Diese neuen 86 Morgen Land bildeten den Winkel zwischen der Chaussee nach Carlsruhe und dem westlichen Dorfeingang.
So war um die Wende des 19. Jahrhunderts das Gemeindeareal auf über 500 Morgen angewachsen, und die Einwohnerzahl stieg auf 159 an.
1829 erfolgte ein weiterer Landzuwachs für die Gemeinde durch den Siedlungsträger, den Staat (hier den Forstfiskus). Den Kolonisten wurden, auf schon mehrere Jahre hindurch eingereichte Anträge hin 117 Morgen von ihrem Hütungsgelände erbpachtlich überlassen. Es handelte sich hierbei um ein mit Erlen bestandenes Wiesenland. Die Kolonisten diesseits des Budkowitzer Flößbaches bekamen je 5 Morgen, die 3 Kolonisten jenseits des Baches je 2 Morgen und die von einer Koloniestelle abgezweigte Häuslerstelle einen Morgen Land. Diese auch heute noch so genannten „Erbpachtwiesen“ bildeten den westlichen Zipfel des Gemeindebezirkes. Zwischen ihnen und der übrigen Feldmark der Gemeinde lag damals noch dem Forstfiskus gehörendes Land, das die Kolonisten erst 20 Jahre später bei der Ablösung der Forstberechtigung erhielten.
Die wirtschaftliche Stabilität der einzelnen Kolonistenstellen zeigte sich schon bald nach 1880 in der eigenen Initiative, mit der ihre Besitzer an eine Ausweitung ihrer Betriebe herangingen. In die Jahre 1800 – 1850 fiel die regste private Kauftätigkeit der Gemeinde.Die Kolonisten hatten dabei zwei Möglichkeiten, Land zu erwerben: Die ein bestand in dem Ankauf von Forstland, die zweite in dem Erwerb von Rustikalland. Die Gemeinden Schalkendorf (Schalkowitz), Rutenau (Chrosczütz), Kupp und Groß-Döbern hatten nämlich ihre Wiesen zum großen Teil am Budkowitzer Flößbach in der Gemarkung Blumenthal liegen. Diese ihnen sehr günstig gelegenen Wiesen waren selbstverständlich von den Blumenthalern stark bergehrt.
Weniger bedeutend ist in dieser Zeit die Erwerbung von Forstland. Da dieses erst gerodet und urbar gemacht werden musste, zog man den Ankauf der Wiesen bei weitem vor. 1822 wurden auch noch von der Försterei Brünne (Brinnitz) 12 Morgen Land an die Blumenthaler Kolonisten verkauft. Im Jahre 1850 brachte die Forstservitutenablösung den beträchtlichsten Arealzuwachs für die Gemeinde.
Für die Ablösung der Waldrechte gibt es als Entschädigung Neuland
Die Forstservitutenablösung war die Ablösung der Forstberechtigungen der Kolonisten durch Landentschädigung. Diese Rechte bestanden im Sammeln von Raff- und Leseholz sowie Waldstreu in den fiskalischen Forsten und in der Weidebenutzung, der Hütung, der betreffenden Forstreviere. Den Berechtigungen standen einige Verpflichtungen gegenüber, zum Beispiel die, an den Fiskus Zettelgeld (Gebühr für die Erteilung eines Erlaubnisscheines zum Holzsammeln) und die Holschlagsbefreiungsrente zu zahlen. Nun wurde der Wert der Verpflichtungen gegen den Wert der Berechtigung kompensiert, und den Mehrwert der Berechtigungen löste der Fiskus durch Landabfindung ab.
Die Gemeinde Blumenthal erhielt auf diese Weise 262 Morgen = 137 Quadratruten Land. Dieses Entschädigungsland wurde den Kolonisten holzrein übergeben, und die Stöcke wurden ihnen als Eigentum zur Selbstrodung überlassen. Verteilt wurde das Land wie folgt: Jeder der Kolonisten erhielt 5 Planstücke, die Schule ein und jeder der Häusler 4 Planstücke. Ein Planstück war ungefähr 2,3 Morgen groß. Ein kleiner Rest blieb als Ersatz für die Abgabe kleiner Parzellen zur Verbreitung der Kupper Landstraße.
Praktisch wurde mit dieser letzten Arealserweiterung durch die Forstservitutenablösung die jugendliche Wachstumsperiode der Kolonie Blumenthal abgeschlossen.
Die Beschreibung des Ortes 1864 und die spätere Entwicklung
Es gibt ein topographisches Handbuch von Oberschlesien, welches von Felix Triest im Jahre 1864 verfasst worden ist. Dort ist folgendes inhaltlich zu entnehmen:
Blumenthal, polnisch Krzywa Gora – liegt am Budkowitzer Flößbach, wurde 1772 durch Rodung einer Stallung im königlichen Wald gegründet. 23 Kolonisten und 2 Häusler bewirtschafteten etwa 900 Morgen Land. Der Viehbestand zählte 47 Ochsen, 93 Kühe, 42 Stück Jungvieh, 50 Schweine, Bienenzucht. Blumenthal zahlt 3 Taler Grund-, 140 Taler Klassen- und 4 Taler Gewerbesteuer. Seit jeher gibt es hier eine evangelische Schule, die zur Zeit vom Pastor aus Carlsruhe beaufsichtigt wird. Südlich vom Dorf, durch Wald getrennt, befinden sich die Forst- oder Dreihäuser. Die Justiz wird von Carlsruhe aus verwaltet.
Und im "Oppelner Heimatkalender" von 1926 kann man lesen, dass Blumenthal 1925 188 Einwohner zählte, Gemeindevorsteher der Bauer Robert Stiller war, die nächste Bahnstation in Carlsruhe zu erreichen war, als Amtsvorsteher der Fabrikdirektor Heidel in Murow fungierte und die zuständige Postagentur sich in Murow befand.
Interessant ist sicherlich auch die Einwohnerzahl von Blumenthal in den letzten Jahrzehnten. 1890 hatte Blumenthal 226 Einwohner, 1910 waren es 205 Personen, 1928 betrug die Einwohnerzahl 187, 1939 steigerte sich die Zahl etwas auf 189, 1960 fiel die Einwohnerzahl auf 117, und im Jahre 1965 registrierte man im Ort 121 Einwohner.
Allgemein kann man von den Bauern in Blumenthal sagen, dass sie sich nach den Kalenderdaten amüsiert und in den jeweiligen Jahreszeiten die anstehenden Arbeiten nach Plan erfüllt haben.
Die Einwohnerzahl stagnierte und ging nach 1945 deutlich zurück, die landwirtschaftliche Fläche verdreifachte sich
Für den Leser dieser Ortschronik ist es sicherlich interessant zu wissen, dass Triest das Gesamtareal in Morgen, die Wohnstellen und die Einwohner von Blumenthal in den Jahren 1772 bis 1864 kurz zusammengestellt hat, die später ergänzt wurde.
In dieser Zusammenstellung kann man folgendes lesen:
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1772 – besaß Blumenthal ein Gesamtareal von 340 Morgen, zählte 20 Wohnstellen und hatte 94 Einwohner.
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1800 – waren es 517 Morgen, 25 Wohnstellen und 159 Einwohner
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1830 – stieg die Zahl auf 649 Morgen, 25 Wohnstellen und 183 Einwohner
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1845 – stieg die Zahl auf 649 Morgen, 28 Wohnstellen und 198 Einwohner
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1864 – registrierte man 1023 Morgen, 29 Wohnstellen und 216 Einwohner
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1887 – zählte man 1044 Morgen, 31 Wohnstellen und 219 Einwohner
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1906 – hatte man 1045 Morgen, 32 Wohnstellen und 224 Einwohner
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1932 – sind es schon 1190 Morgen und 35 Wohnstellen bei 187 Einwohnern
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1936 – betrug das Gesamtareal in Blumenthal 1190 Morgen, zählte man 35 Wohnstellen und 188 Einwohner.
Daraus kann man ersehen, dass die Blumenthaler Entwicklung mehr als ein Verdreifachung des anfänglichen Areals aufweisen konnte. Die Kolonie wurde ein reines Bauerndorf. Nach den Angaben des Katasteramtes betrug der Gemeindesitz im Jahre 1936 1190 Morgen bei einer Stellenzahl von 35 Stück. Die Bewohner, seit Gründung deutsch und tüchtig, hatten ihren Besitz stets ungeteilt vererbt. Die durchschnittliche Größe der Besitzungen lag zwischen 35 und 40 Morgen, deren Erträge zur Existenz der Besitzer voll ausreichten. Nach einem Bericht des Blumenthaler Lehrers waren die Wirtschaften gut ausgebaut und wurden stets in Ordnung gehalten. Er sprach sogar von einer bescheidenen Wohlhabenheit der Beitzer. Persönlichem Augenschein zufolge machte das Dorf einen ordentlichen, sauberen Eindruck, allenthalben waren Stall- und Scheunenneubauten sichtbar. Der Erfolg dieser Siedlung lag auf der Hand. Die Menschen hatten auf dem ihnen anvertrauten Boden etwas geschaffen, was man heute nur bewundern kann.
Blumenthal Anfang 1945: Alle Familien fliehen, alle kehren zurück
Blumenthal hat beim Einmarsch der Russen eine besondere Geschichte. Fast alle Einwohner schlossen sich am 20.01.1945 zu einem Treck zusammen, verließen den Ort und überquerten die Oder in Richtung Sudetengau. Nach einigen Tagen kehrten alle in ihr Dorf zurück. Einige Familie von "Parteigenossen" wurden von den Polen bereits 1945 "ausgesiedelt", die anderen bauten ihre oft zerstörten Häuser wieder auf. Aus Enttäuschung über Diskriminierung und Planwirtschaft verließ ein wesentlicher Teil der Einwohner bereits 1958 ihre Heimat im Zuge der damals mit Polen vereinbarten "Familienzusammenführung"
Die bedeutende Wallanlage von Blumenthal
Der größte und besterhaltene Wall im Landkreis Oppeln mit einem Durchmesser von fast 200 Metern ist der von Blumenthal. Er hat einen mächtigen 8 m hohen Kern, um den ein Graben läuft, davor ein Rundwall und an zwei Stellen noch zusätzliche Vorwälle. Platzwall und Anlage sind ähnlich wie bei Dammratsch getroffen.
Für beide Anlagen ist eine Nutzung im
Mittelalter belegt. Die Burg von Blumenthal lag nahe der grenze des
Herzogtums, die Straße nach Oppeln verteidigend. Es ist wahscheinlich,
dass die Wallanlage bereits in slawischer zeit zur Verteidigung der
Grenze des Gaues der Opolanen errichtet wurde.

Tauenzinow (Okoly) war 1772 gegründet worden. Der Namensgeber ist General von Tauenzin, der Verteidiger Breslaus im 7-jährigen Krieg. Oberförster Büttner betreute den Anbau. Forstschreiber Moor besorgte die Einteilung der Äcker und Wiesen und Kondukteur Bönisch die des Brandflecks. Die Kolonie verursachte verhältnismäßig hohe Kosten. Es mußten Wege nach Zedlitz und Neu Wedell angelegt werden. 750 Reichstaler wurden für Kühe ausgegeben, 800 Reichstaler für Kuhfutter und Roggen. Hausgerät und Brotgetreide wurden angeschafft. Der Bau der Scheunen verursachte 1000 Reichstaler kosten. 1783 lebten in der Kolonie 67 Menschen in 20 Häusern, 1787 werden 24 Häuser und 128 Seelen aufgeführt. Die Kolonie wächst. Neu Tauenzinow (gegründet 1787), das spätere Schwarzwasser (Czarna Woda), ist hinzugekommen. (Schwarzwasser ist eine eigene Siedlung). 1819 werden 22 Gärtner, 10 Häusler und 226 Einwohner verzeichnet, welche Zahl sich bis 1865 fast nicht veränderte. (27 Kolonisten, 9 Forst- und 2 Angerhäuslerstellen.)
Die Feldmark umfaßte ca. 790 Morgen leichten Sandboden, auf welchem vorzugsweise Korn und Kartoffeln angebaut wurden. Der Viehstand betrug 10 Pferde, 32 Ochsen, 113 Kühe und 53 Stück Jungvieh. Gewerbetreibende sind ein Schmied und fünf andere Handwerker, welche fast nur im Winter arbeiten.
27 Taler Grund- und 130 Taler Klassensteuer kamen jährlich auf. Beide Konfessionen sind nach Carlsruhe eingepfarrt. Der Kommunikationsweg von Blumenthal nach Kreuzburgerhütte führte durch den Ort.

Tauenzinow mit dem Ortsteil Schwarzwasser
| gehört zum | Amtsbezirk (Polizei) Murow (Hermannsthal) |
| gehört zum | Standesamt Murow |
| gehört zum | kath. und ev. Kirchspiel Carlsruhe OS |
| gehört zum | Amtsgericht Kupp |
| gehört zum | Katasteramt Carlsruhe OS |
| gehört zum | zur Bahnstation Murow, Haltestelle Schwarzwasser |
| gehört zum | Postanstalt Murow |
Seidlitz

Das Dorf liegt am nordwestlichen Ende der heutigen Großgemeinde Pokoj (Carlsruhe). Das Gründungsjahr ist 1773.Es gehört zu den 8 Waldkolonien, darunter auch Blumenthal, die 1772/1773 gegründet wurden, um Holz für die Creutzburgerhütte zu beschaffen. Die Hüttenwerke konnten die seit 1768 von der preußischen Königlichen Artillerie bestellte Munition, aus Mangel an Holzkohle nicht liefern.
Holzarbeiter für die Creutzburgerhütte
Die neuen Ansiedler aus Süddeutschland, unter anderem aus Franken, sollten das benötigte Holz schlagen, das über das Flößsystem Stober, Bodländer Flößbach, Grabitzflößbach zur Creutsburgerhütte befördert wurde. Die Kolonisten waren ausschließlich Protestanten.
Die Anlage der Kolonie, die ihren Namen nach dem im nahen Minkowsky ansässigen Reitergeneral von Seydlitz erhielt, besorgte Oberförster Heller. Es gab mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden. Die Trockenmachung der Äcker kostete 179 Reichstaler. Nach 1780 war die Schüttung eines Dammes und die Ziehung eines Kanals zur Wegschaffung des vielen Wassers von den Äckern der Kolonisten nötig, was wieder 179 Reichstaler kostete. Auch die Rodungskosten waren hoch, so dass die Gesamtkosten die Höhe von 4846 Reichstalern erreichten. Hierin waren auch Brot- und Saatgerteide, Beihilfen zur Anschaffung von Kühen und Schneidergerätschaften enthalten.
Evangelische Kolonisten aus Franken benötigen zusätzliches Land
Die hohen Gesamtkosten enthielten auch Reisekosten. So erhielt der Kolonist Hopfgardten 6 Reichstaler für eine Reise in seine ehemalige Heimatstadt Ansbach im überwiegend evangelischen Franken. Das beweist, dass die Neusiedler nicht Sachsen waren, wie manchmal irrtümlich behauptet wird. Ein Teil Frankens, das Gebiet um Ansbach und Bayreuth, gehörte zur Zeit der Dorfgründung 1773 zu Preußen und wurde erst 1815 auf dem Wiener Kongress an Bayern abgetreten. Der Preußische König hat also seine eigenen Untertanen als Siedler nach Seidlitz gerufen.
1783 wohnten in den 20 Häusern 90 Leute, 1787: 118 Seelen. Die Seidlitzer gehörten lange zu den ärmsten Siedlern. Sie erhielten 1810 zu ihren 17 Morgen noch 4 Morgen Forstland und 1825 nochmals 8 Morgen.
1861 wird der Ort wie folgt beschrieben:
Die Kolonie Seidlitz liegt 5 Meilen von Oppeln entfernt, da wo sich die Kreise Oppeln, Namslau und Brieg in ihren Grenzen berühren, an der linken Seite des Stoberflusses. Der Boden ist schlecht, nasskalt und moorähnlich oder sandig. Die Wiesen sind der Überschwemmung ausgesetzt.
Bei der Gründung in den 1760er Jahren mit Süddeutschen enthielt die Kolonie 20 Besitzungen, jede 17 Morgen (12 Morgen Acker, 4 Morgen Wiesen, 1 Morgen Garten) umfassend, nur die Schmiede erhielt 7 Morgen mehr. Im Jahre 1810 wurden jeder Besitzung noch nachträglich 4 Morgen Forstland gewährt und im Jahre 1825 jeder Koloniestelle 8 Morgen Hutungs-Entschädigungsland (also nochmals 8 Morgen Forstland) zugeteilt. Jetzt sind hier 27 Possessionen (19 Kolonie- und 8 Häuslerstellen, letztere Koloniestellen ohne Land), ein Schulhaus und ein Gemeindehaus mit zusammen 624 Morgen Land.
Von den 220 Bewohnern bekennen sich 217 zur evangelischen Kirche. Ein Einliger mit seiner Familie (3 Personen) ist katholisch. Beide Konfessionen sind nach Carlsruhe eingepfarrt. Der Ort besteht aus 30 Privathäusern und 38 landwirtschaftlichen Gebäuden. Eine evangelische Schule mit 50 Schülern befindet sich im Dorf.
Seidlitz 1926 und in den Jahrzehnten bis 1945
Seidlitz gehörte zum Amtsbezirk (Polizei), Standesamt, kathol. und evang. Kirchspiel, Amtsgericht, Katasteramt, Bahnstation und Postanstalt nach Carlsruhe.
Das Dorf war immer deutschsprachig. Es zeigt auch, dass die katholische Kirche die Sprache in den Dörfern bestimmte. Auch Neuwedel, dass zur Kirchengemeinde Falkowitz gehörte und ebenfalls 1773 mit evangelischen „Einliegern“ besetzt wurde, war und blieb deutschsprachig. In beiden Orten wurden bei der Vertreibung 1945/46 kaum Einwohner als „Autochthone“ anerkannt, um in ihrer Heimat bleiben zu können-
Aus den Holzschlägern von Seidlitz wurden bis 1926 überwiegend Landwirte und Handwerker. Von 40 Haushalten gibt es neben einigen Häuslern, Kolonisten, Witwen, Auszüglern, Arbeitern und Rentnern eine Mehrheit von fünfzehn Landwirten und zehn Handwerken und Geschäften.
Krogullno mit Gründorf
Die Gegend um die beiden Dörfer gehörte im 13. Jahrhundert zum Besitz des Klosters Czarnowanz. Kasimir I., Herzog von Oppeln hat 1228 das von seiner Mutter Ludmilla gestiftete Prämonstratenserinnen-Kloster von Rybnik nach Czarnowanz verlegt.
Gründorf 1309 als Besitz des Klosters Czarnowanz nachgewiesen
In einer Urkunde von 1309 wird der Czarnowanzer Klosterbesitz umgrenzt und hierbei ein Wald Zelnichez genannt. In der Umgebung, weniger im Ort selbst, wurde die Siedlung immer Zieliniec (die Übersetzung von Gründorf) genannt. Deshalb kann angenommen werden, dass der genannte Wald mit dem Ort identisch ist. Ein direkter Beweis lässt sich, wie Heimatforscher Stumpe, betont aus der Urkunde nicht ableiten. Heute heißt das Dorf wieder Zieleniec, wie es nach 1945 in Anlehnung an den früheren Namen von der polnischen Verwaltung umbenannt wurde. In der Karte von Homann aus dem Jahre 1736 sind beide Orte als Krogullno und Gründorf eingezeichnet.
Krogullno bereits 1581 ein brachliegendes Gut
Der Name des Dorfes leitet sich von Krogulec, deutsch: Sperber, ab. Der Ort wird erstmals 1581 als wüstes, also brachliegendes Gut genannt. Am 16. April 1664 erwirbt Leopold von Banner von den Brüdern Kotolinsky die beiden Güter Krogullno und Gründorf samt den Dörfern Städtel und Schwirz aus dem Namslauer Kreis für 40.500 Taler. Mit diesen beiden Orten zusammen gehörten Krogullno und Gründorf wahrscheinlich lange Zeit zum Kreis Namslau in Niederschlesien, da sie in den Oppelner Bevölkerungsverzeichnissen nicht vorkommen. Kirchlich gehörten sie bis in die Neuzeit zum Archivpresbyteriat Namslau und zur Pfarrei Eckersdorf. 1688 gelangen beide Orte in den Besitz des Herzogs Christian Ulrich von Württemberg, der es um 1700 verpfänden musste. Am 16. Juni 1721 kommt das Gut zur Zwangsvollstreckung, weil der Herzog durch die Teilnahme am spanischen Erbfolgekrieg mittellos geworden war. Im Kataster von 1723 ist Krogullno mit dem Vorwerk Gründorf verzeichnet. In der Homannschen Landkarte von 1736 ist die Ortschaft mit dem Namen Krogulno und dem benachbarten großen Teich eingezeichnet, der noch heute existiert.
Hüttenwerk im Besitz des Herzogs von Carlsruhe
Um 1750 ist in Krogullno ein Eisenhammer in Betrieb. 1785 hat der Ort 21 Hammerstellen und Gründorf 5 Hammerleute, die für das Hüttenwerk zu arbeiten hatten. Zunchst hat der Herzog von Carlsruhe das Werk selbst genutzt. Später wechselte es sehr oft den Pächter. Nach 1858 wurde das Werk stillgelegt und in eine Mühle umgewandelt.
Krogullno und Gründorf um das Jahr 1860
Das topographische Handbuch von Oberschlesien beschreibt die beiden Orte wie folgt:
Krogullno liegt, 4 ½ Meilen von Oppeln entfernt, an einem Arm der Stober und an der Carlsruhe-Namslauer Straße. Die Flößbache, welche unterhalb Carlsmarkt in die Stober mündet, trennt die Feldmark von dem Kreise Namslau.
Krogullno ist vor etwa 400 Jahren entstanden. Das erste Gebäude war der Hochofen, neben dem später noch ein Frischfeuer nebst Zainhammer angelegt wurde. Das Hüttenwerk zog eine Menge Arbeiter an; diese erhielten die Erlaubnis, im Walde in der Nähe des Werkes sich anzusiedeln und sich soviel anzueignen, als sie urbar machen konnten. Daher ist noch heute keine Stelle in Krogullno der anderen an Größe gleich. Die so entstandenen Stellen hießen Hammerstellen und hatten für das Werk Spanndienste zu leiste.
Gegenwärtig (1861) gibt es 36 Freigärtner- und 23 Häuslerstellen. Von den 682 Einwohnern des Rittergutes und Dorfes sind 321 Katholiken, 354 Protestanten und 7 Juden. Es existieren 75 Privathäusler und 50 landwirtschaftliche Gebäude des Ortes befindet sich eine evangelische, die zur Zeit 108 Schüler zählt; die katholischen Kinder besuchen die Schule in Gründorf.
Gründorf, 4 ¼ Meilen von Oppeln und 1/3 Meile von Carlsruhe entfernt, zählt 124 Familien, aus 510 Personen bestehend, davon sind 257 katholisch und 253 evangelisch. Der Ort hat 49 Privathäuser und 26 landwirtschaftlich und ein gewerbliches Gebäude. Im einzigen öffentlichen Gebäuden befindet sich eine katholische Schule mit 120 Schülern.
Ulrikenhof
Im Anschluss hieran liegt der Krogullner oder Dammer Wald mit dem 1810 errichteten Vorwerk Ulrikenhof, das seit 1715 (bis 1945) der Freiherrlichen Familie von Lyncker gehörte. Flächeninhalt 2115 Morgen Wald, 35 Morgen Wiese, 50 Morgen Hutung und 5 Morgen Ackerland. Bewohner: ein Förster und ein Jungviehwärter, welche ihre Steuern nach Dammer, Kreis Namslau, zahlen.
Ulrikenhof, an der Eisenbahnlinie Carlsruhe-Dammer gelegen, war ein Sammelpunkt und Aufenthaltsort des organisierten Selbstschutzes im Kampf um das von polnischen Aufständen bedrohte Oberschlesien.
Die Eisenbahnlinie ist heute stillgelegt. Die beiden Eisenbahnbrücken über den Bodländer und den Falkowitzer Flößbach verfallen. Heute befindet sich auf dem Gelände des Ulrikenhofes eine Teichwirtschaft.
Die Ortschaften Krogullno und Gründorf im Jahre 1926 und danach
Krogullno-Gründorf gehört zum
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Amtsbezirk (Polizei) und Standesamt Carlsruhe O.-S.
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katholischen Kirschspiel in Bankwitz
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evang. Kirchspiel in Carlsruhe O.-S.
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Amtsgericht, Katasteramt, Bahnstation und Postanstalt Carlsruhe O.-S.
Krogullno und Gründorf waren lange Zeit im Besitz der Herzöge von Württemberg. Deshalb heißen Krogullno und Gründorf viele Hauseigentümer „Stellenbesitzer“.
Sacken (bis 1895 zur ev. Kirche in Carlsruhe gehörig)

Sacken, 23 km von Oppeln und 8 km von Kupp entfernt, ist eine unter Friedrich dem Großen hauptsächlich durch Ansiedlung von Hussiten entstandene Kolonie, mit 40 Kolonisten und 24 Angerhäusler, welche böhmisch, deutsch und polnisch waren und gegen 900 Morgen sandigen Boden besitzen. Die Gründung der Kolonie war 1780 fertig gestellt worden.
Für die böhmisch redenden predigt periodisch der Pastor von Friedrichgrätz; der Lehrer mußte alle drei Sprachen verstehen. Die wenigen Katholiken sind nach Alt-Schalkowitz eingepfarrt. Die evangelischen Kolonisten sind in Carlsruhe eingepfarrt.
Der Viehstand betrug 5 Pferde, 63 Ochsen, 143 Kühe, 29 Stück Jungvieh; etwas Bienenzucht. Gewerbetreibende: 12 Weber 2 Taler Grund- 19 Taler Klassen- und 25 Taler Gewerbesteuer jährlich.
Statistik
Laut dem Silesia Sakra (Historisch-statistische Handbuch der evangelischen Kirche in Schlesien) von 1927 gehörten zum evangelischen Kirchenkreis Carlsruhe folgende Orte: Dammratsch mit 28 evangelischen Einwohner, Dammratschhammer mit 17 evangelischen Einwohnern, Falkowitz mit 4 evangelischen Einwohnern und der Ort Liebenau mit 15 evangelischen Einwohnern.
Die evangelischen Friedhöfe waren in Carlsruhe, Gründorf, Blumenthal, Tauenzinow, Seidlitz, Sacken und in Falkowitz.
Eine Statistik aus dem Jahre 1865, gibt folgendes bekannt:
In Carlsruhe 208 Schüler, Lehrer:
a) Rektor und Organ. Mann, seit 1854;
b) Glöckner Golch, s. 25 Jahren;
c) Irmer, seit 1856. Vermögen der Schule 750 Taler. Blumenthal 40 Schüler, Lehrer Kuka seit 1856. Krogullno 109 Schüler, Lehrer Buketal, seit 1856. Sacken 118 Schüler, Lehrer Czeczatka seit 1865. Seidlitz 51 Schüler, Lehrer Welzel seit 1862, Tauenzinow 42 Schüler, Lehrer Thieme seit 1863.
Gemeinde: 2093 (die 263 Böhmen in Sacken kommunizieren in Friedrichgrätz); uneheliche Geburten zu den ehelichen 1:9, Kollekten 172 Taler jährlich. Eheschließungen in 6 Jahren 144, gemeinsame, 21 mit katholischer Braut, 6 Rücktritte von den separierte Lutheraner in 6 Jahren 20, 1 Übertritt zu ihnen. Gustav-Adolf-Sammel-Verein, Jungfrauen-Verein, Nähschule, Volks-Bibliothek, 5 Stiftungen; 131 separierte Lutheraner.
Weitere Vorwerke von Carlsruhe
Zu den Vorwerken von Carlsruhe gehörten Christianshof und Waldvorwerk, den Einwohnern von den Weinberghäusern und die Einwohner von den Luftschlössern.
