Carlsruhe

in Oberschlesien

Die evangelische Gemeinde Carlsruhe

Ortsname, deutsch Ortsname, polnisch Einwohner (1939) ev. ev.-luth. kth. Standesamt
Carlsruhe Pokoj 2829 Carlsruhe Schwirz Carlsruhe Carlsruhe, 1945 zerstört
Blumenthal Krzywa Gora 189 Carlsruhe Schwirz Carlsruhe Carlsruhe, 1945 zerstört
Tauenzinow (Tauenzin ab 1936) Okoly 259 (mit Schwarz-wasser) Carlsruhe Schwirz Carlsruhe Murow, 1945 zerstört
Schwarzwasser Czarna Woda Carlsruhe Schwirz Carlsruhe Murow, 1945 zerstört
Seidlitz Siedlice 199 Carlsruhe Schwirz Carlsruhe Carlsruhe, 1945 zerstört
Gründorf (Kolonie Stobertal ab 1936) Zieliniec   Carlsruhe Schwirz  Bankwitz Carlsruhe, 1945 zerstört
Krogullno (Stobertal ab 1936) Krogulna 1231 (mit Gründorf) Carlsruhe Schwirz Bankwitz Carlsruhe, 1945 zerstört
Sacken (bis 1895, danach eigene Kirche) Lubienia 666 Carlsruhe Schwirz Schalkowitz Poppelau
Jaginne (Dammweide ab 1936) Jagiena   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Falkowitz (Falkendorf ab 1936) Falkowice   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Sabinietz (Dammforst ab 1936) Zabniniec   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Kosuben (Dammrode ab 1936) Kozuby   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Paris (Dammwehr ab 1936) Paryz   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Liebenau Lubnow 477 Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Königlich Dombrowka (Eichendorf ab 1936) Dabrowka Dolna   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Kgl. Dombrowka
Dammratsch (Dammfelde ab 1936) Domaradz 1865 Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Dammratsch-hammer (Dammfelder Hammer ab 1936) Domaradzka Kuznia   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch
Zawise Zawisc   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Kgl.  Dombrowka
Kopaline (Winterberg ab 1936) Kopalina mit Jagenow   Carlsruhe Schwirz Falkowitz Dammratsch

Evangelische Kirchspiele

Kirchenkreis Oppeln

Die Angaben beziehen sich auf das Historisch-statistische Handbuch, die Silesia Sacra der evangelischen Kirchen in Schlesien, aus dem Jahre 1927

Carlsruhe, 2656 evangelische Einwohner, Postscheckamt Breslau  44954, 1343 evangelisch und 1 ev. Schule 

 111 Altlutheraner, Kirchengebäude und Friedhof, Pfarracker: 3,5 ha. Pfarrhaus mit Wirtschaftsgebäude, Bauzustand gut, erbaut 1765.  1 Pfarrstelle, Rittergut Carlsruhe unbeschränkt 2/3 Baulast. Gemeinde gegründet 1765 durch Besetzung des Rittergut Herzog von Württemberg-Oels, Holzkirche von 1765 ersetzt durch schöne Kirche von 1775 (Einweihung am 08.08.1775).

 Historische Geschichte der Evangelischen Kirche in Schlesien. Stand von 1865: 

  1. In dem bis 1750 Neuvorwerk heißenden Orte, welcher im genannten Jahr den Namen Carlsruhe empfing und später zum Flecken heranwuchs, legte der damalige Besitzer Herzog Carl Christian Erdmann von Württemberg-Öls 1765 eine evangelische Kirche an. Bald durch eine schönere ersetz; Einweihung am 08.08.1775; gehörte bis 1793 zum Öls `schen Consistor., dann unter das Oberschle. Ob.-Consistor.; erster Pastor: Regehly, + 19. April 1809 als Consistorial-Rath. Die Kirche massiv mit Turm, 3 Glocken und Uhr.
  2. Carlsruhe von 2393 Einwohner 1382 ev., Blumenthal, Gründorf, Krogullno, Sacken (zum Teil böhmisch Reformierte), Seidlitz (Schwäbische Ansiedler unter Friedrich dem Großen), Tauenzinow, Dammratsch mit Paris, Jaginna, Sabiniec, Dammratschhammer, Dombrowka, Falkowitz, Liebenau, Zawise: 3286 E. Superint. 3 M., Post a. O.
  3. 1) Patron: Herzog von Württemberg, 2) Gem.-K.-R. seit 1860: Past. und 12 Mitglieder. 3) Past. (herzogl. Hofpred.), besold. durch 15 Morg. Acker, Deput. Fix. und Accid.: Gneist, geb. 29.04.1830 zu Schraplau bei Eisleben, Universität Halle und Berlin, 1860 Diac. in Poln.-Wartenberg, seit 1862 hier.
  4. Gottesdienst wie gewöhnlich, deutsch und polnisch, Nachmittags auch Karfreitag und Bußt., Silvesterpredigt. Katechismusl. f. die confirm. Jug. Gesangb.: neue Oelsche u. Bockshammer
  5. In der zu Friedrichsgrätz (5 Meilen) eingepf. Sacken, wo der ordentliche Parochus 3 mal jährlich böhmischen Gottesdienst in der Schule hält, und sonntäglich böhmischer Lesegottesdienst stattfindet, verricht. der Pastor von Carlsruhe die Tauf. und Trauung. poln. und hält 3 mal jährlich poln. und deutsche Communion-
  6. Katholische Kirchen: In Carlsruhe und in Falkowitz
  7. Kirchöfe: In Carlsruhe, Gründorf, Blumenthal, Tauenzinow, Seidlitz, Sacken und Falkowitz.
  8. In Carlsruhe 208 Schüler, Lehrer: a) Rektor und Organ. Mann, seit 1854; b) Glöckn. Golch, s. 25 J.; c) Irmer, seit 1856. Verm. d. Schule 750 Thaler. Blumenthal 40 Schüler, Lehrer Kuka seit 1856. Krogullno 109 Schüler, Lehrer Buketal, seit 1856. Sacken 118 Schüler, Lehrer Czeczatka seit 1865. Seidlitz 51 Schüler, Lehrer Welzel seit 1862, Tauenzinow 42 Schüler, Lehrer Thieme seit 1863.
  9. Communie. 2093 (die 263 Böhmen in Sacken communicieren in Friedrichsgrätz); uneheliche Geburten zu den ehelichen 1:9, Collecten 172 Thaler jährlich. Eheschließungen in 6 Jahren 144, gem. 21, mit katholischer Braut 6, Rücktritte von den separ. Lutheran. in 6 Jahren 20, Übertr. zu ihnen 1. Gustav-Adolf-Sammel-Verein, Jungf.-Verein, Nähschule, Volks-Bibliothek.
  10. 5 Stiftung.; 131 separ. Lutheraner.

Kupp, 697 evangelische Einwohner, Postscheckamt Breslau 33918, 358 evangelische Einwohner und 1 ev. Schule. 

Kirchengebäude und Friedhof, Pfarracker: 3,288 ha. Pfarrhaus und Wirtschaftsgebäude Bauzustand gut, erbaut 1898. Küsteracker: 2 ha. 1 Pfarrstelle. Patronat: staatlich, Konsist. Bes. abwechselnd mit Gemeinde 2/3 Baulast und Zuschuß zur Pfarrkasse. Kupp 1783 für evangelische Kolonisten begründet, nach Vorbehalt Friedrich dem Großen nur evangelische Besitzer. Kirche erbaut 1782/83, jetzige Kirche eingeweiht 15.10.1897 

Friedrichsthal,      396 evangelische Einwohner. 203 evangelische Einwohner und 1 ev. Schule

 Ohne Patronat. Seit 1893 Gemeinde Gottesdienst in der Schule. Friedhof zur Hälfte. Pfarramtlich vebunden mit Kupp.

Historische Geschichte der Evangelischen Kirche in Schlesien. Stand von 1865:

Parochie Kupp und Filialen

  1. Kupp mit Plümkenau bis 1819 derart in Verbindung, daß der hiesige Pastor für die dort wohnenden Lutherischen in das. Ki., und der ref. Prediger in Plümkenau für die Reformierten in Kupp in der Kirche des Fabrikort Königshuld an der Kirche Kuppan, und 1819 Kreuzburgerhütte (bis dahin vagierend) und Heinrichsfelde (bis dahin von Malapane aus versorgt) als Ersatz für die durch Auflösung jenes Verbandes entstand. Verluste hierher gewiesen. – Kirche in Kupp auf königliche Kosten erbaut und Reminisc. 1783 eingeweiht, ein achteck von Bindwerk, im Innern freundlich, Turm mit Glocke und Uhr; Orgel 8 Stimmen. Heinrichsfelde hat ein Bethaus mit Türmchen und eiserner Glocke und ein Positiv; in Königshütte und Kreuzburgerhütte Gottesdienst in der dazu eingerichtet. Schulstube, in Kreuzburgerhütte Turm und Glocke und 1846 neue Orgel.
  2. Kupp, Finkenstein, Borek, Döbern, Chroschütz, Schalkowitz, Hirschfelde, Salzbrunn, Blumenthal, Flößhäuser, Grabczok mit Kupilas-Mühle, Brinnitze mit Karowine, Horst und Biadacz, Königshuld, Wengern, Massow, Kollanowitz; Heinrichsfelde, Podewils, Jellowa, Kottors, Trzentschin, Kobylno, Bierdzan, Sacrau-Turawa; Kreuzburgerhütte mit Friedrichsthal, Murow mit Hermannsthal, Budkowitz, Dombinitze, - 1798 S. Super. 2 ½  Meilen, Post am Orte
  3. 1) Patron: königlich. 2) Gem.-K.-R. seit 1861: Pastor und 16 Mitglieder. 3) Past. besold. durch Fix., Deput. Acker und Accid.: Siemer geb. 05.10.1798 zu Lauban, Universität Leipzig und Breslau bis 1821, zweiter Prediger und Rektor zu Oppeln 1825, Pastor hier seit 1840, 1865 Ritter des roten Adlerordens. 4) Cl. Von ihm gedruckt: Pred. am Gedächtnißtage der Überg. d. evangelischen Pfarrkirche zu Oppeln gehalten, 2. Auflage 1836. Organ. und Küster.
  4. Gottesdienst: Alle Sonn- und Festtags meist Vor- u. Nachmittags, sonst wie gewöhnlich. Gesangbuch: neue Jauersche, Choralbuch: Hesse und Karow.
  5. vac. –
  6. Katholische Kirche in der Parochie. 9.
  7. Gottesäcker: In Kupp, Königshuld, Kreuzburgerhütte, Heinrichsfelde, Finkenstein
  8. In Kupp 36 Schüler, Lehrer Organ. Pollack seit 1859. Finkenstein 48 Schüler, Borst seit 1859. Königshuld 92 Schüler, Org. Raschke feit 1862. Heinrichsfelde 41 Schüler, Org, Grunewald seit 1862, Podewils 64 Schüler, Bieweg. Kreuzburgerhütte 71 Schüler, Organist Kauffmann, seit 1853, Katech. nach Wendel.
  9. Communie 828; unehelich Geborene zu den ehelichen 1:12; Jugend-Bibliothek, Gustav-Adolf-Zweig Verein.

Kirchspiel Hönigern

Hönigern, Kirchenkreis Hönigern gesamt 2436 Evangelisch, Postscheckkonto Breslau 21287, 296 Evangelische Einwohner und 1 evangelische Schule           

In der Parochie 569 Altlutheraner, Kirchengebäude und Friedhof. Pfarracker 7,4120 ha, Pfarrhaus mit Wirtschaftsgebäude, Bauzustand gut, erbaut 1854, Küsteracker: 1.91 ha,

1 Pfarrstelle, Patronat: Rittergut Hönigern und Saabe unbeschränkt mit 2/3 Baulast. 1741 ev. Schule, 1742 ev. Bethaus erbaut, 1787 Kirche erbaut und 1910 erneuert.

Parochie Hönigern.  (Miedary, 1382 Honigern, 1395 Honigerdorf)

1. Nach Verlust der Kirchen zu Eckersdorf, Steinersdorf, Dammer, Sterzendorf, Nassadel und Städtel 1653 hielten sich die Gemeinden hauptsächlich nach Simmenau, Kreis Kreuzburg und nach Mangschütz, Kreis Brieg, bis ihnen den 30. März 1742 die Erlaubnis erteilt wurde, eine neue evangelische Kirche in Hönigern zu erbauen. Um die Errichtung dieser Kirche hat sich besonders verdient gemacht der damalige Besitzer von Hönigern und Eckersdorf Freiherr von Prittwitz. Die Erlaubnis zum Bau des Glockenturmes den 27. Juni 1746 erteilt. Da die erste Kirche zu klein war, so wurde 1786 die jetzige Kirche erbaut. Sie ist bis an die Fenster stark untermauert, sonst von Bindwerk, mit Ziegel durchflockt., 120 Fuß lang, 50 Fuß breit. An der Morgenseite die Sakristei, 30 Fuß lang und 30 Fuß breit, Kirche und Sakristei hell und freundlich, 1805 die 3. Glocke beschafft, 1833 eine neue Orgel und Turmuhr. 1830-1834 große Unruhen wegen Einführung der Union und neue Agende in der Gemeinde, zu Weihnachten 1834 militärische Execution, darauf vieljährige Kämpfe. Kein disponibles Vermögen.

2. Hönigern nebst Zubehör (679 Seelen, 545 ev.); Eckersdorf (1343 Seelen, 873 ev.); Schwirz (858 Seelen, 311 evangelisch); Städtel (695 Seelen, 312 evang.); Dammer (1594 Seelen, 657 ev.); Sterzendorf (929 Seelen, 346 ev.); Steinersdorf (783 Seelen, 392 ev.); Nassadel (496 Seelen, 313 ev.); Saube (446 Seelen, 327 ev.); Summa 4076. Nächste Poststation des Kirchortes: Schwirz.

3. 1) Patronat: Herzog Eugen v. Württemberg zu Carlsruhe; 2) Gem.-K.-R.: (12 Mitglieder außer der Pastor) eingeführt 1863; 3) Past., besold. durch Fix., Deput., Ackernutzung u. Accid.: Fr. Wilh. J. Peisker, geboren den 24.08.1812, Universität Breslau bis 1836, seit 1838 hier, seit 1851 Superindendent. Seit 1854 ein Kr.- Vicar, jetzt P. Peisker, geb. hier 1840, Universität Breslau und Halle bis 1862, ordiniert 1865, 4) Organist und Küster (siehe 8); 5) ein poln. und ein deutscher Kirchvater, 1 Bälgetreter (zugl. Uhrenaufzieher).

4. Allsontäglich polnisch und deutscher Gottesdienst nach der Ölser Agende. An den hohen Festtagen auch Nachmittags. Am 3. Feiertag Gebet; Paß.-Predigt. Freitag früh; bisweilen Bibelstunde; Communicanten jeden Sonntag und in Gegenwart der ganzen versammelten Gemeind: das ev. Kirch- und Hausgesangbuch seit 1858, im polnischen das Bockshammersche. Confirmanden Unterrricht von Pfingsten bis Ostern, Confirmation stets Sonntag, Quasimodotag. Choralbuch von Hesse.

5. vac. – 6. Römisch-katholische Kirche in  Eckersdorf, Steinersdorf, Dammer, Nassadel und Städtel.

7. Gottesäcker: 1 evangelischer in Hönigern, Simultan-Kirchhöfe in Schwirz, Städtel, Dammer, Sterzendorf, Steinersdorf, Nassadel, Grüneiche und Saube seit 1865.

8. Schulen: in Hönigern, 200 ev. Schüler, 2 Lehrer: a) Organist E. Aug. Walter, 19 Jahre hier, seit 1864 im Besitz des allgemeinen Ehrenzeichens; b) Adjutant C. Wabnitz 25 ½  Jahre hier; in Saube, 120 Schüler; Lehrer G. Rolle, 2 ½  Jahren hier; in Städtel, 128 Schüler; Lehrer I. Pohl, 10 ½  Jahre hier; in Dammer, 101 Schüler; Lehrer L. Jaite, 3 ½  hier; in Sterzendorf, 112 Schüler; Lehrer W. Wentzky, 13 ½  Jahre hier; in Schorsow, 34 Schüler; Adjutant Kliem, 1 Jahr hier; in Nassadel, 84 Schüler; Lehrer C. Kliesch, seit Ostern hier. Die Lehrer sind besoldet durch Fix., Dep. und Ackernutzung. Patron: die Dominien, v. 1 – 3 der Herzog. Der Adjutant in Hönigern und sämtliche Lehrer sind Gerichtsschreiber. Jede Schule hat einen besonderen Schulvorstand. Das Vermögen der Schulen ist gering, 50 – 100 Taler.

9. Communie. durchschn. 3850, unehelich Geborene zu den ehelichen 1:8; kirchl. Collect. durchschnittl. 50 Taler, Eheschließungen 30 jährlich, darunter 3 gemischte durchschnittlich. In 6 Jahren sin 42 Kinder katholischer Väter evangelisch konfirmiert worden und eine erwachsene katholische Person zur ev. Kirche übergetreten. Der Pfarrer und die Lehrer gehören zum Gustav-Adolf-Verein des Kreises.

10. In Schwirz ein Bethaus der separierten Lutheraner, zu denen sich aus der Parochie Hönigern 750 halten. In Städtel unter 695 Einwohner ca. 120 Juden.

Parochie Schwirz: 

Parochie Schwirz. Swierzow, 1359 Swirczhow ist von demselben Stamm abzuleiten wie Swiercziniec, Kreis Pleß, das seit 1891 Tannendorf heißt. Damit ist der Name als Dorf der Tannen erklärt. (Zahlen von 1865) Anf. 1841 mit Rückkehr des gegenwärtiger Pastor in hiesiger Gegend ein Bauernhaus z. Ki. eingerichtet, massiv mit Schindeldach, 1848 massive Kirche in Konstadt erbaut, desgleichen in Jeltsch bei Ohlau, in Glausche seit 1850 eine Bohlenkirche, in Steindorf ein Kirchsaal im Schloß, in Brieg seit 1848 die städtische Begräbniskirche benutzt; Seelen 3166; Kirchen - Kollegium.: die Pastoren und 12 Vorsteher in Schwirtz, 5 in Constadt, 5 in Jeltsch, 3 in Glausche, 2 in Brieg; in Schwirz und Konstadt deutsche und polnische Predigten, in Glausche nur polnisch, in Jeltsch, Steindorf und Brieg nur deutsch; in der Woche 4 abendliche Bibelstunden in den größeren Dörfern, meist in Schwirtz; 2 Geistliche: Kellner, geb. 6. August 1802 in Bankau b. Creutzburg, 1826-34 Pastor in Hönigern, 1834 wegen Nichtannahme der Agende und Union gefangen gesetzt bis 1839, seit 1841 hier. Die wichtigsten Unterscheidungslehren der lutherisch - reformierten, unirt. und katholiche Kirche, Hilfsprediger Dr. Kellner (Sohn), geb. 4. April 1828 in Hönigern, ordiniert 25.04.1852. Eigene Kirchhöfe in Steindorf und in Karlsburg bei Kauern. Schulen in Schwirtz mit 60 Schülern, Lehrer Leib; in Konstadt mit 40 Schüler, Lehrer Kiontka; in Jeltsch mit 40 Schülern, Lehrer Junk. Communicanten 5000, unehelich Geborene zu den ehelichen 1:20, Coll. c. 30 Thaler, v. d. jährlich ca. 30 Eheschließungen. 2 bis 3 Mischehen. Von Arndts wahr. Christenth. u. d. Augsb. Conf. wurde am 1. Tage 500 abgesetzt.  

Evangelisches Kirchspiel Mangschütz

Mangschütz (Makoszyce)

Der alte Name des Dorfes lautet Manchossitz, Manschowicz oder Mancosowicz. Herzog Wladislaw, Erzbischof von Salzburg, der 1265 - 1270 die Vormundschaft über den jungen Heinrich IV. ausübte, ließ das Dorf zu deutschem Recht umsetzen. Schon damals hatte es wohl eine Kirche gegeben. Im Jahre 1297 wird erstmals ein Pfarrer urkundlich genannt. Seit mindestens 1440 gehörte das Dorf denen von Tschammer und bildete ein Teilstück der Herrschaft Ketzerdorf (Karlsmarkt). Von diesen kauften es die Beeß. 1783 ist Baron von Pleucken Besitzer.

Zum Dorf gehört ein Rittergut. 1845 war es im Besitz einer Frau Czaplicka. Letzte Gutsherren waren die Geschwister Landsberg, Düsseldorf, Poststraße 9. Zu diesem Gut gehörten die Vorwerke Marienhof und Zelline; zur Gemeinde die Kolonie Neue Welt.

Im überwiegenden Umfange wurde in der Gemeinde Landwirtschaft betrieben. Im Dorf waren ein Arzt und eine Apotheke vorhanden.

Das Rittergut mit den Vorwerken Marienhof und Zelline und dem Restgut Neu Sorge mit einer Gesamtfläche von 931 ha stand im Besitz der Geschwister Landsberg.

Gülchen:
ist abzuleiten von gola okolica, das etwa kahle, baumlose Gegend bedeutet. ( Familienname Golly und Golibrzuch )

Neusorge (Raciszow)

Raschwitz (Roszkowice)

Rogelwitz (Rogalice)

Tarnowitz (Tarnowiec)

Mangschütz,  (Stand 1865)

Kirchenkreis Mangschütz gesamt 3312 Evangelisch, Postscheckamt Breslau 12986, Mangschütz mit Kolonie Neue Welt 1052 evangelische Einwohner und 1 Schule 

 Kirchengebäude und Friedhof, Jugendhaus, Pfarracker: 22,022 ha, Wiese 3,057 ha., Pfarrhaus mit Wirtschaftsgebäude Bauzustand gut, erbaut 1852, Küsteracker: 1,53 ha, Wiese 1,27 ha.

1 Pfarrstelle, Patronat: Rittergut Mangschütz, unbeschränkt mit 2/3 Baulast. Kirche erweitert 1297, Neubau Kirche 1902

Historische Geschichte der Evangelischen Kirche in Schlesien. Stand von 1865:

  1. Ursprung der Kirche unbekannt. Bis 1631 Leubusch als Fil. Adjung., dam. Hier 2 Diaconen, bis 1707 1. Eine alte Urkunde auf Pergament aus dem Jahr 1369 vorh., unterschrieben von Bischof Laurentius zu Breslau, betreffend die Accidenz. Des  hiesigen Pfarrers. Die Kirche in spät. Zeit durch Anbau vergrößert. 600 Sitzplätze. Orgel 1862 durch freiwillige Gabe (250 Thaler), Taufstein zwischen Altar und Kanzel, Sakristei geräumig.
  2. Mangschütz 4 M. von Sitz der Superintendur mit Neuwelt und Vorwerk, Zelline und Marienhof (1398 Einwohner, 1089 evangelisch), Rogelwitz mit Pechhütte und Budkower Grund (495 Einwohner, 476 evangelisch); Neusorge (299 Einwohner, 279 evangelisch); Tarnowitz (359 Einwohner, 328 evangelisch); Raschwitz (470 Einwohner, 427 evangelisch); Namslauer Kreis früh. Gäste f. 1833 eingepfarrt: Bankwitz mit Böhlitz (889 Einwohner, 534 evangelisch); Gülchen mit Wesiowitte und Vorwerk Lippe und Dachsberg (792 Einwohner, 534 evangelisch; Kolonie Groditz (203 Einwohner, 187 evangelisch. Von 3829 Seelen waren 2/3 polnisch.
  3. 1.) Patr. Kammerh. W. v. Dallwitz auf M., R. d. Johanniterorden; 2.) Gem.-K.-R. f. 1851, Pfarr. und 8 Mitglieder, darunter 2 Kirchenvorsteher; 3.) Pfarr., besold. d. Widm. und Garten (1 ½  Hufe), Dec. 75 Sch. Korn und ebensoviel Hafer, altes Breslauer Maß,  Silberzins, Tischgr., Neuj.- und Osterumgang, 30 Klafter Holz: A. H. E. Rüsser, geb. 1839 zu Proschlitz, Kreis Kreutzburg, Universität Breslau und Berlin bis 1862, hier f. Jan. 1865; 4.) Org. und Küster A. Gottschalk; 5.) 1 polnische und 1 deutscher Kirchenvater, 1 Bälgetr., zugl. Totengräber.
  4. Jeden Sonntag Morgen zuerst polnischer Gottesdienst mit Communicanten und gleich darauf deutscher, d. 1. Feiert. nachm.; 8 mal im Jahr deutsche Communicanten  Sonntags nach der Predigt. Am 2. Advent der. Neusorger (Fischersche) Stiftspredigt, 6 Pass.- Pred., Freit., deren 3. deutsch; Konfirmationsunterricht von. Mich. bei Ostern, 3 mal wöchentlich nach irmischers Leitf. in deutscher Sprache, den unbegabten auch polnisch. Am Karfreitag Konfirmation polnisch und deutsch. Agende: d. alte Ölser, Gesangbuch poln. von Bockshammer mit Anh. v. Naglo, deutsch d. alte Breslauer Choralbuch von Hesse und Karow. Am 1 Advent, zur 3. Passionspredigt, am Karfreitag am Erntedank- und Reformationsfest hat der zu Hönigern, Kreis Namslau, stationierte Bic. die Verpflichtung in Mangschütz polnisch und deutsch zu predigen, wenn der Pastor vorher darum ersucht, und muß in Kranheit des Pastors d. act. minist. verricht., wenn ihm ein Wagen zugeschickt wird.
  5. vac.,
  6. In Bankwitz, Kreis Namslau, 1 katholische Kirche
  7. Gottesäcker in Mangschütz an der Kirche, zugleich für Neuwelt, Zelline, Pechhütte, Rogelwitz, Bukowitz, Tarnowitz und Raschwitz; da dieser jetzt zu klein, so soll ein neuer angelegt werden. Bei Neusorge im freien Feld. Bei Gülchen im freien Feld, zugleich für Wesiowitte, Dachsberg, Lippe und Groditz. Eine Sterbeglocke aus alter zeit im Turm, der auf dem frühen Kirchhaus in Mitte des Dorfes steht. In Bankwitz an der katholischen Simultankirche, zugleich für Böhlitz, 1 Sterbeglocke auf dem ev. Teil des Kirchhauses, ist geschenkt 1833 von Frau Mar. Hentschel und hab. die Katholisches Mitbenutzungsrecht laut Testament. Die Leichenreden bei der auswärtigen Gemeinde im Schullokal und stets nachmittags. In Mangschütz stets in der Kirche.
  8. Schulen: 1) Mangschütz mit Neuwelt, Zelline und Marienhof. Patr. Grundherr; v. 537 Kinder 225 ev. Lehrer Organist und Küster A. Gottschalk seit 1844, besold. d. Acker, Fix., Deput., Neujahr und Osterumg., Tischgroschen Offert. u. Accid.; Hilfsl. P. Neugebauer, seit 1865. 2) Rogelwitz mit Pechhütte und Budkowergrund Patr. kgl., von 91 Kinder 88 evangelisch, Lehrer H. Linke seit 1866, besold. wie oben, ohne Offert. und Accid. 3) Neusorge. Patron Grundh. v. Mangschütz, von 69 Kindern 63 evangelisch, Lehrer A. Giesser, seit 1842 bes. wie sub. Nr. 2. 4) Gülchen mit Wesiowitte, Groditz, Lippe und Dachsberg, Patr. Grundh. v. Bankwitz Baron von Lützow, von 145 Kinder 138 evangelisch, Lehrer R. Hätscher, seit 1825 bes. wie Nr. 2 sämmtliche L. außer in Bankwitz Gerichtsschreiber.
  9. Jährlich Communicanten c. 3006; Verhältnis der unehelichen zu den ehelichen Geburten 1:9, Kollekte durchschn. 1 Thaler; Selbstmorde in den letzten 6 Jahren keiner; Eheschließungen in den letzten 5 Jahren 168; Pfarrer ist Mitglied der Missionshilfsver. und des Gustav-Adolfs-Verein.
  10. In Mangschütz 1) verwaltet durch den Pfarrer und den Patronat; die Past. Peterziksche Fundat. für Pred.- und Schullehrerwitw. d. Brieger Kr. auf dem recht. Oderufer, deren Männer in poln. Sprache zu amtieren hatten v. J. 1802, (1950 Thaler). 2) Armenstift, verwaltet durch den Pfarrer, Stift. des Feldmarschall Seher-Toß v. J. 1770, für die ärmsten Ev. v. Mangschütz Urban auf 416 Thaler 20 Silbergroschen. Eine alte Urkunde von 1369 mit Unterschrift des Bischof Laurentius von Breslau, die Pfarr-Accid. betreff. Im Kirchspiel ca.. 200 sep. Lutheraner ca. 60 Juden.