Prominente aus Carlsruhe O/S
Rudolf Sylvius von Neumann
(* 22.12.1805 in Carlsruhe O/S, + 30.04.1881 in Berlin) war ein preußischer General der Artillerie.
Neumann trat 1821 in die 6. Artilleriebrigade ein und war seit 1840 Mitglied der Artillerieprüfungskommission. 1861 wurde er zum Oberst befördert und 1865 zum Präses der Artillerieprüfungskommission ernannt.
1865 erfolgte seine Erhebung in den Adelsstand, gleichzeitig wurde Neumann zum Generalmajor befördert. Am 02.07.1868 wurde Neumann auf eigenen Antrag vom aktiven Dienst freigestellt.
Neumann war fortschrittlich eingestellt, er regte eine rationelle innere Balistik an und begründete wissenschaftliche Konstruktion der gezogenen Geschütze. Auch stammte von ihm die Konstruktion eines brauchbaren Perkussionszünders. Dreißig Jahre lang arbeitete Neumann auch an der Redaktion des "Archivs für die Artillerie- und Ingenieuroffiziere" der preußischen, später des deutschen Heeres.
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Ferdinand Freiherr von Richthofen
(* 05.05.1833 in Carlsruhe O/S, +06.10.1905 in Berlin) war ein Wegbereiter der modernen Geographie.
Nach seiner geologischen Ausbildung nahm Ferdinand Freiherr von Richthofen 1860-62 an einer offiziellen preußischen Handelsmission teil und lernte China und Japan kennen. Seine geologischen Studienreisen führten ihn mehrfach nach Südostasien und Kalifornien.
1875 wurde er Professor in Bonn, 1883 in Leipzig und 1886 in Berlin, wo er das geographische Institut und das Institut für Meereskunde einrichtete. Die Geographie definierte Richthofen als die Wissenschaft von der Erdoberfläche und deren Erscheinungen, die mit ihr in kausalen Wechselbeziehungen stehen und betonte somit ihren naturwissenschaftlichen Charakter.
Sein 1886 erschienener "Führer für Forschungsreisende" ist die erste systematische Darstellung der Geomorphologie, die er als eigenständige Disziplin begründete. Die wegweisende Länderkunde "China", deren sieben Bände zwischen 1877 und 1912 erschienen, bezieht neben der rein naturwissenschaftlichen Betrachtung auch das Wirken des Menschen mit ein.
Nach ihm wurde eine der Hauptketten des Nanschan "Richthofen-Gebirge" benannt (Qilan Shan).
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Johannes Winkler
(* 29.05.1897 in Carlsruhe O/S, + 27.12.1947 in Braunschweig) war ein deutscher Raumfahrtpionier, startete am21.02.1931 bei Dessau die erste europäische Flüssigrakete.
Johannes Winkler wurde am 29. Mai 1897 als sechstes von acht Kindern in Bad Carlsruhe Kreis Oppeln geboren. Er besuchte von 1904 bis 1909 die Volksschule und von 1910 bis 1912 die Realschule in Oppeln (Schlesien).
Von 1912 bis 1915 bereitete er sich am Königlichen Gymnasium Johanneum in Liegnitz auf sein Abitur vor. Kurz vor dem Schulabschluss meldete er sich als Kriegsfreiwilliger zum Heer und wurde 1916 bei einem Sturmangriff schwer verwundet.
Von 1918/19 belegte Johannes Winkler einen Abiturientenkursus an der Technischen Hochschule in Danzig, um seine Hochschulreife doch noch zu erwerben.
Anschließend studierte er an dieser Hochschule zwei Semester im Fach Maschinenbau. Seinen Unterhalt verdiente er sich auf der Danziger Schichau-Werft.
Auf Drängen seiner Eltern begann er dann aber ein Theologiestudium an den Universitäten in Breslau und in Leipzig. Sein Interesse galt aber weiterhin den Naturwissenschaften und der Technik, so dass er als Nebenfächer Mathematik, Physik, Astronomie und andere naturwissenschaftliche Fächer belegte.
Nach Abschluss seines Studiums wurde er 1923 Kandidat der Theologie in Witten (Ruhr) und arbeitete 1924 als Rendant (Verwaltung der Finanzen) in der Kirchendirektion Breslau.
Mit diesem kleinen aber gesicherten Einkommen heiratete er 1926 Elisabeth Froböß. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.
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Siegfried Translateur
(* 19.06.1875 in Carlsruhe O/S, +01.03.1944 im KZ Theresienstadt) war ein deutscher Komponist, Kapellmeister und Musikverleger.
Nach seiner Ausbildung in Breslau, Wien und Leipzig ging Translateur um die Jahrhundertwende als Kapellmeister nach Berlin. Dort gründete er 1911 den Musikverlag „Lyra“, der nach der Aufnahme seines Sohnes Hans als Teilhaber in „Musikverlag Lyra Translateur & Co“ umbenannt wurde. Er verlegte sowohl eigene Werke (vorwiegend Märsche und Walzer), als auch die anderer Komponisten.
Als eines seiner bekanntesten Werke gilt der Walzer Wiener Praterleben, der in den 1920er Jahren durch das Berliner Sechstagerennen als Sportpalastwalzer populär wurde.
Translateur wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten als „Mischling“ eingestuft, aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen und musste den Verlag als „nichtarische Firma“ liquidieren.
Später wurde Translateur nach Theresienstadt deportiert, wo er im Jahre 1944 zu Tode kam.
Werke:
- Berlin, mein Berlin
- Traum verloren
- La Reine du Bal
- Wiener Extrablätter
- Wiener herzen
- Wiener Praterleben (Sportpalastwalzer)
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Carl Maria Friedrich Ernst von Weber
(* 18.11.1786 in Eutin, +05.06.1826 in London) war ein deutscher Komponist.
Weber war ein Cousin von Mozarts Frau Constanze. Er studierte in Salzburg bei Michael Haydn, in München und in Wien bei Joseph Haydn und Abbé Vogler.
1804 wurde er Kapellmeister in Breslau. Ab 1806 war er bis ins Frühjahr 1807 Musikintendant am Hof der des Herzogs Friedrich Eugen Heinrich von Württemberg in Carlsruhe O/S.In Carlsruhe komponierte er seine beiden einzigen Sinfonien in C-Dur.
Zwischen 1813 und 1816 war er Operndirektor in Prag, ab 1816 Königlicher Kapellmeister der Oper in Dresden. 1817 Heirat mit der Sängerin Caroline Brandt. Der gemeinsame Sohn Max Maria von Weber war im 19. Jahrhundert ein bekannter Schriftsteller und Eisenbahnpionier. Weber war auch als Schriftsteller tätig. Unter anderem hinterließ er ein Romanfragment mit dem Titel "Tonkünstlers Leben".
Er starb nach der Uraufführung von "Oberon" in London an Tuberkulose. 18 Jahre später veranlasste Richard Wagner die Überführung des Sarges von Weber nach Dresden.
Weitere Informationen über Carl-Maria von Weber bekommen Sie bei der
Internationale Carl Maria von Weber Gesellschaf e. V.
Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe
Werke:
- Peter Schmoll und seine Nachbarn, UA 1802; Libretto von Josef Türk
- Silvana, UA 1810; Libretto von Franz Karl Hiemer
- Abu Hassan, UA 1811; Libretto von Franz Karl Hiemer
- Preciosa, UA 1821; Libretto von Pius Alexander Wolff nach Cervantes; Choreografie der Tänze von Constantin Michel Telle
- Der Freischütz op. 77 J. 277, UA 1821; Libretto von Johann Friedrich Kind
- Die drei Pintos, entstanden ca. 1821–1824, UA postum 1888; Libretto von C. M. und Carl von Weber; fertiggestellt von Gustav Mahler
- Euryanthe op. 81 J. 291, UA 1823; Libretto von Helmina von Chézy
- Oberon or The Elf Kings Oath J. 306, UA 1826 (dt. Titel: "Oberon"); Libretto von James Robinson Planché
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Eugen Herzog von
Württemberg
(* 08.01.1788 in Oels, 16.09.1857 in Carlsruhe O/S) war ein russischer General. "Sieger von Kulm"
Er ist der Verfasser und Komponist der Oper "Die Geisterbraut". Ihm zu ehren wurde später das Löwendenkmal im Carlsruher Park errichtet.
In der Nähe des Schlosses, an der Stelle des "Komödienhauses" stand seine Büste.
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Paul Wilhelm von Württemberg
(* 25. Juni 1797 in Carlsruhe O/S, + 25.11.1860 in Mergentheim) war ein bedeutender Naturforscher und Entdecker, der im frühen 19. Jahrhundert zahlreiche Forschungsreisen nach Nordamerika, Nordafrika und Australien unternahm. Im Jahr 1829 entdeckte er die Quellen des Missouri (Fluss).
Herzog Paul Wilhelm war der zweitälteste Sohn von Herzog Eugen Friedrich Heinrich von Württemberg und Herzogin Luise, geborene Prinzessin von Stollberg-Gedern. Er war ein Neffe des ersten württembergischen Königs Friedrich.
In den Jahren 1822 bis 1824 unternahm der Herzog eine erste große Forschungsreise nach Kuba und Nordamerika, Er führte ein ausführliches Tagebuch, in dem er die besuchten Gegenden naturwissenschaftlich und ethnologisch ausführlich beschrieb. Ein Zeichner fertigte unzählige Bilder von den Landschaften, den Pflanzen und Tieren.
Im Schloss Mergentheim hatte Herzog Paul Wilhelm eine riesige naturwissenschaftliche Sammlung präsentiert, die er testamentarisch nur als Ganzes verkauft wissen wollte. Dies realisierte sich nicht, und deshalb wurde die Sammlung in alle Winde verstreut. Größere Bestände daraus finden sich heute noch im Naturkundemuseum Schloss Rosenstein in Stuttgart, im Linden-Museum Stuttgart sowie im Völkerkundemuseum Berlin. Der umfangreiche Nachlass an Aufzeichnungen und Abbildungen (ursprünglich auf etwa 3000 Zeichnungen geschätzt) gelangte an die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart, wo er jedoch im Jahr 1944 zum allergrößten Teil durch die Einwirkungen eines Luftangriffs vernichtet wurde. Da der Herzog zu Lebzeiten nicht sehr viel publizierte und der größte Teil des Nachlasses unausgewertet zerstört wurde, unterblieb eine angemessene Würdigung des Herzogs Paul Wilhelm von Württemberg als Naturwissenschaftler und Entdecker.

